American Crime Story: The People v. O.J. Simpson

In der aktuellen Zeit ist das Thema Rassismus und Polizeigewalt sowohl in den USA als auch in Deutschland wieder so präsent wie schon lange nicht mehr. Nach dem Mord an George Floyd und den damit verbundenen Demonstrationen beschäftigen sich viele Menschen in den sozialen Medien damit, wie sie Alltagsrassismus in sich selbst erkennen und bekämpfen können. Bücher wie White Fragility, So You Want To Talk About Race, How To Be Antiracist und Me And White Supremecy bestimmen die Bestseller-Listen in den USA und auch in Deutschland schafft es Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen in die Top 5 der Sachbücher. Auch Filme und Serien die sich mit den Themen Rassismus und Polizeigewalt auseinandersetzen ziehen gerade viel Aufmerksamkeit auf sich. Dazu gehört auch die erste Staffel von American Crime Story: The People v. O.J. Simpson.

Rassismus und Polizeigewalt sind nichts Neues

Die erste Staffel beginnt mit Archivaufnahmen aus dem Jahr 1992 von Demonstrationen und Ausschreitungen wie sieach zurzeit wieder in den USA zu erleben sind. Anlass: die rassistischen Polizeiattacken auf Rodney King, mit Berichten vom Freispruch der vier weißen Polizisten. In diesem Klima findet auch der Prozess von O.J. Simpson statt. Ein Prozess in dem es nicht nur um die Frage „Schuldig oder nicht schuldig?“ geht, sondern auch um gesellschaftspolitsche Themen. Und ein Prozess in dem O.J. Simpson trotz erdrückender Beweislage freigesprochen wird.

Komplexe Zusammenhänge

Zehn Folgen erzählen in ebenso vielen Stunden die Geschichte eines der bekanntesten Gerichtsprozesses der Welt. Und obwohl man den Ausgang kennt (oder ihn schnell nachlesen kann), schafft es die Serie trotzdem spannend zu bleiben. Auf der einen Seite die Staatsanwälte, die glauben einen sicheren Fall zu haben, und plötzlich in Erklärungsnot kommen und auf der anderen Seite Anwälte, die alle Tricks ausschöpfen um den Fall zu gewinnen, und unter sich um das Rampenlicht streiten. Dazu kommt ein brillanter Dialog und komplexe Hintergründe.
Jede Menge Details und Zusammenhängen werden beleuchtet, etwa aus der Sicht der Jurymitglieder, die über Monate abgeschirmt werden. Es geht um den Sexismus, dem die leitende Staatsanwältin Marcia Clark ausgesetzt war, deren Frisur und Kleidungsstil ebenso diskutiert wurde wie ihr angebliches Versagen als Mutter.

Ein weiteres zentrales Thema ist der Medienhype, der unter anderem dazu führte, dass die Gerichtsverhandlung live übertragen wurde.

Überzeugende Besetzung

Der Schöpfer der Serie und Regisseur mehrerer Folgen ist Ryan Murphy, der vor allem durch die Serie American Horror Story (AHS) bekannt sein dürfte. Orientiert hat er sich dabei am Sachbuch The Run of his life: The People v O.J. Simpson des Anwalts und Journalisten Jeffrey Toobin.
Während es sich im Gegensatz zu AHS um eine wahre Begebenheit handelt, schafft Murphy es trotzdem die Spannung hochzuhalten. Der Cast unterstützt durch herausragende Leistungen ein gut durchdachtes Drehbuch und verleiht der Story emotionale Tiefe. Vorallem Sarah Paulson als Staatsanwältin Marcia Clark überzeugt und zeigt verschiedene Nuancen eines Charakters der sonst schnell verbohrt wirken könnte.

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